Über den Tellerrand geschaut: Neue Wege gehen, um Mitarbeiter zu finden

In der Küche wird ein neuer Koch gebraucht. Kein Problem? Eben eine Anzeige in der lokalen Presse schalten und den passenden Bewerber unter vielen auswählen … Was früher ging, ist heute kaum mehr vorstellbar. Nicht nur Personaler kennen das Leid, geeignete Mitarbeiter zu finden. Die Zustände in der Gastronomie sind für viele schlichtweg nicht mehr attraktiv. Gerade für jüngere Generationen ist eine gute Work-Life-Balance wichtiger denn je.

Es ist ein Umdenken nötig, um Fachkräfte und Azubis wieder für die Gastronomie zu begeistern. Indem das Unternehmen ansprechendere Rahmenbedingungen (geregelte Arbeitszeiten, ein angemessenes Gehalt, ein respektvolles Miteinander, mehr Wertschätzung, …) schafft, ist der erste Schritt bereits getan. Im zweiten Schritt muss das Unternehmen aktuelle Recruiting-Trends kennen, um Mitarbeiter zu finden. Wir zeigen hier eine Auswahl!

 

Influencer Recruiting

Mitarbeiter sind die beste (und günstigste) Werbung. Im Alltag sprechen sie eh über ihren Job. Sind sie zufrieden, fungieren sie dabei gleich als Markenbotschafter. Immer häufiger haben Unternehmen auch eigene Mitarbeiterblogs und bieten so eine eigene Plattform zum Kommunizieren. Wichtig: Hier muss nicht alles Hochglanz sein! Ehrlichkeit zahlt sich mehr aus und das Unternehmen wirkt authentischer.

 

Online-Jobbörsen

Jöbbörsen gibt es im Internet viele. Seit Mai 2019 gibt es außerdem „Google for Jobs“, ein Portal das als Erweiterung zur herkömmlichen Google-Suche automatisch die Ergebnisse vieler Suchmaschinen vereint. Um gefunden zu werden, sollten Unternehmen bei ihren Anzeigen deshalb suchmaschinenoptimiert vorgehen.

Mobile Recruiting

70 % der Bewerber verlieren Unternehmen durchschnittlich in einem aufwändigen Bewerbungsprozess. Es macht also Sinn, das klassische Bewerbungsverfahren zu hinterfragen und neu zu gestalten. Beim Mobile Recruiting, die auch „Ein-Klick-Bewerbung“ genannt wird, fallen Anhänge wie Anschreiben und Zeugnisse weg. Stattdessen werden über eine App, z. B. truffls, Basisinformationen oder sogar nur ein Link zum Xing- bzw. LinkedIn-Profil verschickt. Bei Talentcube kann sich der Bewerber in einem kurzen Video präsentieren – (bewegte) Bilder sagen schließlich mehr.

 

Virtuelle Recruiting Messen

Immer häufiger fällt im Zusammenhang mit dem Thema Recruiting der Begriff Virtuelle Recruiting Messe. Vollkommen losgelöst von dem Ort, an dem sich der Jobsuchende gerade befindet, kann er teilnehmen. Der Teilnehmer verfügt über einen persönlichen Avatar, mit dem er sich in der virtuellen Messehalle fortbewegt. Es gibt virtuelle Messestände, virtuelle Infostellen und virtuelle Vorträge. Per Echtzeit- oder Video-Chat tritt der Teilnehmer in direkten Kontakt mit dem Unternehmen.

 

Active Sourcing

Noch einmal: Die Zeiten, in denen sich auf eine Bewerbung zahlreiche qualifizierte Bewerber gemeldet haben, sind schon lange vorbei. Nun liegt es am Unternehmen, sich um Mitarbeiter zu bewerben. Zur Unterstützung dabei sind Netzwerke wie Xing oder LinkedIn bestens geeignet. Der Personaler sieht auf den ersten Blick, welche Qualifikationen und Berufserfahrungen die Person ausmachen und kann gleich entscheiden, ob er oder sie zum Unternehmen passt.

 

Auf die Zielgruppe zugeschnitten

Praktikanten und potentielle Azubis über soziale Jobnetzwerke zu erreichen funktioniert oft nicht – sie sind meist (noch) nicht auf Xing oder LinkedIn aktiv. Praktikanten und Azubis sollten Unternehmen in ihrem Umfeld abholen, zum Beispiel bei Veranstaltungen an Schulen o. Ä.. Auch ein eigener Instagram-Account, der mit zielgruppengerechtem Content bestückt wird – ggf. sogar von Azubis selbst –, kann junge Menschen für das Unternehmen begeistern.

 

Zielgruppe überdenken

Genauso lohnt es sich, die Zielgruppe, die angesprochen werden soll, zu überdenken und der aktuellen Gesellschaft anzupassen. Flüchtlinge und Migranten mit geringen Sprachkenntnissen können z. B. schnell zu erlernende Tätigkeiten in der Küche ausüben und so Auswirkungen des demografischen Wandels abfedern. Für Hersteller von Küchengeräten in der Gastronomie steht die einfache Bedienung aufgrund von hoher Fluktuation eh schon lange im Fokus.

Wege gibt es viele, neue Mitarbeiter zu finden. Annoncen in Zeitungen gehören definitiv nicht mehr zu denen, die Erfolg versprechen.

Lesen Sie mehr zum Thema in weiteren Folgen unserer Serie „Fachkräftemangel als große Herausforderung in der Gastronomie“;

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.