Wenn es so weitergeht, bleibt die Küche kalt

 

Fachkräftemangel als große Herausforderung in der Gastronomie

Jeder spricht vom Fachkräftemangel. Auch in der Gastronomie und im Catering ist das Wort ein zuverlässiger Begleiter. Berechtigterweise schlug die Fachzeitung Catering Management den Fachkräftemangel bereits in der Ausgabe 04/2019 als „gastronomisches (Un)Wort des Jahres oder besser Jahrzehnts“ vor.

 

Hauptgründe für den Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel betrifft viele Berufsgruppen, nicht wenige davon sind Ausbildungsberufe. Er zählt zu den größten Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt – und wird uns wohl noch lange beschäftigen. Dabei steht es außer Frage, dass Betriebe auf Fachkräfte angewiesen sind. Zwar achten viele Hersteller bei der Produktentwicklung schon darauf, Geräte zu bauen, die Prozesse in der Küche automatisieren und nicht mehr zwingend Fachkräfte voraussetzen. Trotzdem werden aber auch weiterhin Fachkräfte benötigt, um innovativ agieren zu können, wettbewerbsfähig zu sein und um zu wachsen.

Der demografische Wandel: weniger Arbeitskräfte

Es war absehbar und doch wurde zu wenig getan. Aktuell wird geschätzt, dass allein aufgrund des demographischen Wandels bereits 2030 drei Millionen Fachkräfte in Deutschland fehlen werden – Tendenz steigend . Früher konnten Betriebe, die eine Stelle zu besetzen hatten, den geeigneten Bewerber aus einer Vielzahl an Kandidaten auswählen. Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Noch schlimmer: Heute bewirbt sich auf viele Stellen gar niemand Geeignetes mehr. In der Gastronomie bleibt schon jetzt im Durchschnitt jede dritte ausgeschriebene Stelle unbesetzt.

Studium statt Ausbildung: ein Imageproblem

Ausbildungsberufe haben an Glanz verloren. Als Folge gibt es zu wenig Nachwuchs. Noch häufiger als früher wählen Abiturienten den Weg an die Uni. Wer sich doch für eine Ausbildung entscheidet, sucht sich überwiegend technisch geprägte oder kaufmännische Berufe aus. Hinzu kommt: Ob Restaurantfachmann, Koch oder Fachkraft im Gastgewerbe, die gastronomischen Ausbildungsberufe liegen bei den Abbrecherquoten ganz oben. Warum ist das so? „Softe Benefits“ wie flexible Arbeitszeiten oder ein gutes Betriebsklima sind bei jungen Bewerbern gefragter denn je. Lehrjahre sind aber keine Herrenjahre – das machen viele junge Menschen nicht mehr mit.

 

 

Fachkräftemangel in der Gastronomie

In der Gastronomie stellt der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel Personaler und Führungskräfte vor besondere Herausforderungen:

  • Warum soll ein Küchenmitarbeiter an einer Stelle festhalten, wenn es doch so leicht ist, eine neue zu finden – die sich (erst einmal) viel besser anhört?
  • Ungewöhnliche, meist lange Arbeitszeiten, Stress und wenig Wertschätzung machen wenig Lust auf Berufe in der Gastronomie und im Catering. Warum sollte sich ein junger Mensch nach Schulabschluss also dafür entscheiden? Die Ausbildungszahlen in Gastronomiebetrieben sind auf dem tiefsten Stand seit 1976.
  • Oder bereits in der Ausbildung merkt der Azubi zu spät, dass der Beruf doch nicht die richtige Entscheidung für ihn war. Die Gastronomiebranche verzeichnet mit 42 – 50 % die höchste Abbrecherquote bei Ausbildungsberufen.

Es ist höchste Zeit, etwas gegen den Fachkräftemangel zu tun

Heute fehlen bereits viele Fachkräfte in Gastronomiebetrieben und im Catering. Es ist jetzt an der Zeit, ein besseres Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Mitarbeiter gerne arbeiten, und neue Wege zu gehen, um Mitarbeiter zu finden und langfristig zu begeistern. Die Zeiten mit fehlendem Nachwuchs werden hart – noch deutlich härter als jetzt!

 

Fachkräftemangel: ein vielseitiges Thema


Um dem Thema Fachkräftemangel mit besonderem Fokus in der Gastronomie und im Catering gerecht zu werden, reicht ein einzelner Beitrag nicht aus. Das Thema ist dafür zu vielfältig und deshalb geben wir ihm in einer mehrteiligen Serie Raum.

  • Employer Branding: Herausputzen für den Bewerber
  • Über den Tellerrand geguckt: Neue Wege gehen, um Mitarbeiter zu finden
  • Lieber halten, statt ständig neu suchen: Mitarbeiter begeistern und binden
  • Den Blick in die Zukunft: Ohne Nachwuchs geht es nicht
  • Automatisiert und digital: Wie sieht die Küche der Zukunft aus?